Mercedes-Benz W124 Limousine aus den 1990er Jahren in gepflegtem Zustand

TOP 10 Limousinen | Komfort der 1990er Jahre

TOP 10 Limousinen | Komfort der 1990er Jahre. Diesmal werfen wir einen Blick auf Limousinen der 1990er-Jahre, die für außergewöhnlichen Fahrkomfort bekannt waren. In unserer Auswahl finden sich sowohl klassische Chauffeurslimousinen für Topmanager als auch Modelle der oberen Mittelklasse, die durch Großzügigkeit und hohen Langstreckenkomfort überzeugten.

1. Lexus LS 400

Bei der Entwicklung des Lexus LS 400 wurde weder an Zeit noch an Geld gespart. Toyota wollte mit Nachdruck in den Markt für Luxusfahrzeuge eintreten und von Beginn an einen exzellenten Ruf für die neue Marke Lexus aufbauen. Bereits ab 1983 arbeitete ein riesiges Team von Ingenieuren und Designern an einer möglichst komfortablen und langlebigen Limousine.

Der LS 400 wurde vor allem für den amerikanischen Markt konzipiert und war ausschließlich mit einem V8-Benzinmotor mit knapp 4 Litern Hubraum und 250 PS erhältlich. Der Motor zeichnete sich durch eine außergewöhnlich hohe Laufruhe aus und bot zugleich sehr gute Fahrleistungen für eine rund 1,7 Tonnen schwere Limousine.

Der Lexus überzeugte durch hervorragende Geräuschdämmung (58 dB bei 100 km/h), einen seidenweich laufenden Motor, eine moderne und umfangreiche Ausstattung sowie ein komfortables, zugleich solides Fahrwerk.

Die Serienproduktion begann 1989 und lief bis 1994. Danach wurde die zweite Generation eingeführt, die sowohl optisch als auch technisch umfassend überarbeitet war. Das Modell blieb bis zum Ende der 1990er-Jahre im Programm.

2. Mercedes W140

Der Mercedes W140 zählt zu den markantesten Modellen mit dem Stern auf der Motorhaube. Seine konsequent konservative Karosserie wirkte bei der Premiere äußerst eindrucksvoll und präsentiert sich auch heute noch majestätisch.

Das Fahrzeug bot ein enormes Platzangebot, eine exzellente Ausstattung sowie eine ungewöhnlich breite Motorenpalette. Erhältlich war der W140 unter anderem mit einem 3,5-Liter-Diesel, Sechszylindermotoren mit 2,8 und 3,2 Litern Hubraum sowie leistungsstarken Acht- und Zwölfzylindern mit 4,2 bis 6 Litern Hubraum.

In Polen der 1990er-Jahre galt der Mercedes W140 als Statussymbol und wurde sowohl mit einflussreichen Geschäftsleuten als auch mit Figuren aus dem kriminellen Milieu assoziiert. Die S-Klasse stand damals für Erfolg und Macht.

3. Citroën XM

Neben zwei luxuriösen Giganten findet sich in der Liste auch ein Modell aus einem niedrigeren Segment. Der Citroën XM konnte in puncto Innenraumgröße nicht mit Mercedes oder Lexus mithalten, bot jedoch einen Fahrkomfort, der selbst heutige Fahrzeuge der oberen Mittelklasse überraschen kann.

Verantwortlich dafür war das hydropneumatische Fahrwerk Hydro-Activ, das zwischen Komfort- und Sportmodus wechseln konnte. Ein elektronisches System regelte kontinuierlich die Fahrwerkscharakteristik und passte sie dem Fahrstil des Fahrers sowie dem Straßenzustand an.

Alle Versionen des XM überzeugten durch exzellente Unebenheitsfilterung. Um den Komfort voll auszukosten, empfahlen sich jedoch stärkere Motoren und reichhaltige Ausstattungsversionen. Heute gelten Modelle mit dem 3,0-Liter-V6 als besonders begehrt bei Sammlern.

4. Honda Legend III

Die dritte Generation der Honda Legend kam 1995 auf den Markt und basierte auf einer völlig neuen Plattform, die nicht mehr mit dem Rover 800 verwandt war.

Der Legend trat gegen Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A6 an und stach durch seine Abmessungen hervor. Mit knapp fünf Metern Länge und einem Gewicht von über 1,7 Tonnen war er deutlich größer als viele seiner Konkurrenten – rund 20 Zentimeter länger.

Auch wenn der Fond weniger Platz bot als in der Mercedes S-Klasse, darf nicht vergessen werden, dass die Honda preislich und marktseitig im Segment der E-Klasse positioniert war und dort einen sehr hohen Komfort bot.

5. BMW E38

Der BMW 7er der Generation E38 (1994–2001) verband luxuriösen Komfort mit der für die Marke typischen Präzision im Fahrverhalten. Dank der breiten Motorenpalette fanden sowohl Liebhaber sparsamer Motoren als auch Fans kräftiger V8-Aggregate das passende Angebot. An der Spitze stand ein legendärer V12, dessen Unterhalt allerdings kostspielig war.

Als direkter Konkurrent der S-Klasse bot der E38 ein sehr geräumiges und komfortables Interieur – vorausgesetzt, er war nicht mit übergroßen Alufelgen ausgestattet. BMW spendierte dem Modell eine umfangreiche Serienausstattung sowie eine nahezu endlose Optionsliste, mit der sich der Fahrzeugpreis erheblich steigern ließ.

6. Lancia Kappa

Mit einer Länge von knapp 4,7 Metern war die Lancia Kappa nicht die größte Limousine ihrer Klasse. Sie bot dem Fahrer mehr Komfort als den Fondpassagieren, stellte jedoch dennoch ein bequemes Premiumfahrzeug dar. In Polen war sie in den 1990er-Jahren vor allem als Regierungsfahrzeug bekannt.

Trotz ihres Nischendaseins erwies sich die Kappa als solide und komfortable Konstruktion. In gut ausgestatteten Versionen konnte sie selbst Besitzer deutscher Mittelklasse-Limousinen durch Ausstattung, Design und Verarbeitungsqualität überraschen.

7. Jaguar XJ

Ein britischer Aristokrat durfte in dieser Liste nicht fehlen. Der Jaguar XJ der Generation X300 (1994–1997) gilt als Inbegriff von Eleganz – sowohl außen als auch innen. Die Platzverhältnisse fielen etwas geringer aus als bei den Konkurrenten von Lexus, Mercedes oder BMW, jedoch war eine um 15 cm verlängerte Version (X330) erhältlich.

Neben dem luxuriösen Innenraum bot der XJ eine breite Auswahl an Motoren. Die Benziner mit 3,2 Litern (211 PS) und 4,0 Litern (241 PS) ermöglichten dynamisches Fahren, während der aufgeladene 4,0-Liter mit 320 PS (XJR) sowie der XJ12 den Jaguar auf Augenhöhe mit den Topmodellen von Mercedes und BMW brachten.

8. Audi A8 D2

Der Audi A8 war die stilistisch und imagebezogen neutralste Luxuslimousine der deutschen Premiumhersteller. Er fiel nicht besonders auf, war frei von negativen Assoziationen und überzeugte durch Modernität, Solidität und hohen Komfort.

Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern setzte Audi auf Frontantrieb und den quattro-Allradantrieb. Zusätzlich wurde eine Aluminiumkarosserie verwendet, wodurch das Fahrzeug deutlich leichter war. Dies wirkte sich positiv auf Fahrverhalten, Leistung und Verbrauch aus. Ein A8 4.2 quattro wog 1720 kg, während ein Mercedes S 420 (W140) 1990 kg und ein BMW 740i (E38) 1930 kg auf die Waage brachten.

Die Topversion war der A8 quattro mit 4,2-Liter-V8, der in rund 7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigte. Gegen Ende der Bauzeit wurde zudem eine W12-Version angeboten, ausschließlich als verlängerte Variante A8 L.


9. Rolls-Royce Silver Spirit

Der Rolls-Royce Silver Spirit, gebaut von 1980 bis 1999, ist ein klassischer Rolls-Royce: elegant, zurückhaltend gestaltet und von imposanter Größe. Seine Silhouette verkörpert die Essenz der traditionellen Luxuslimousine.

In den 1990er-Jahren wurden die dritte und vierte Generation produziert. Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem klassischen 6,75-Liter-V8, kombiniert mit einer 4-Gang-Automatik. Die Limousine misst 5,4 Meter und wiegt rund 2,4 Tonnen.

Der Silver Spirit spielt in einer völlig anderen Liga als die übrigen Fahrzeuge dieser Liste. Er wurde konsequent für die Passagiere im Fond entwickelt – ohne Rücksicht auf Verbrauch, Gewicht oder moderne Technik. Luxus und Komfort entstehen hier durch edle Hölzer, feinste Lederausstattung und handwerkliche Perfektion.


10. Opel Senator

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist Opel im Luxussegment nicht mehr vertreten. Die letzte große Limousine der Marke, die mit der deutschen Premiumkonkurrenz konkurrierte, war jedoch eine gelungene Konstruktion.

Der Senator B, vorgestellt 1987, basierte technisch auf dem Opel Omega A und wurde bis 1993 in vergleichsweise kleinen Stückzahlen gefertigt. Zwar war er streng genommen ein Modell aus der Übergangszeit zwischen den Jahrzehnten, dennoch spielte er Anfang der 90er noch eine Rolle.

Trotz attraktiver Preise und großzügiger Platzverhältnisse – größer als BMW 5er oder Mercedes W124 – blieb der große Erfolg aus. Deutsche Fachjournalisten verglichen ihn sogar mit BMW 7er und Mercedes S-Klasse in den Basismotorisierungen. Kritik an Verarbeitung, Fahrverhalten oder Ausstattung gab es kaum. Der Senator war der letzte Opel mit Luxusambitionen – es fehlte ihm letztlich nur das entsprechende Premium-Image.